Wie lässt sich sozialer Zusammenhalt schaffen, wenn man in der Regel nur remote zusammenarbeitet? Kurz gesagt, eine definitive Antwort haben wir darauf auch nicht, aber wir probieren immer wieder Dinge aus. Eins davon war der “Open Friday”, ein regelmäßiger Termin, wo für uns einen Freitagnachmittag freigehalten haben, um 1-2 thematische Sessions zu machen, die nicht unmittelbar mit der Arbeit zu tun haben - mal ging’s um Grundlagen der Fotografie, mal um Erfahrungen mit Brotbacken, mal wurde aus einem privaten Ehrenamt erzählt, mal haben wir uns gegenseitig unsere Lieblingstools - elektronisch oder auch physisch - vorgestellt. Das hat oft viel Spaß gemacht, aber sich mit der Zeit ein wenig totgelaufen: Trotz niedriger Hürde, in dieser Runde etwas aus dem nicht beruflichen Alltag zu teilen, hatten sich zuletzt immer seltener Beiträge finden lassen, und so haben wir beschlossen, diesen Termin in unseren Kalendern erstmal abzureißen, ebenso wie einen alle zwei Wochen mittwochnachmittags stattfindenden “Telekaffee”. Was wir bei unserem Teamtreffen sehr deutlich gemerkt haben: Die meisten von uns dürsten zwar nach sozialer Aktivität - aber für die wenigsten von uns liefern Online-Formate dann tatsächlich das Gefühl von Zusammenhalt, das wir uns wünschen. Wir ziehen für uns daraus, dass gegenseitige Besuche in nächster Zeit erstmal wieder verstärkt dran sind, und unser bahn.business-Konto verzeichnet entsprechend schon wieder rege Ticketbuchungen. Trotz wehmütiger Gedanken an schöne Freitage: Es ist je nach Kontext oft keine Schande, etwas abzureißen, was einfach nicht mehr gut funktioniert, und zwar auch ohne schon den neuen, besseren Plan in der Schublade zu haben. Damit verbunden heißt es aber auch: darauf zu achten, welche Bedürfnisse sich nun wieder in den Vordergrund schieben - und jene zu artikulieren, damit sich daraus Neues entwickeln lässt.